Sonnenfinsternis und Augen: Beschwerden nach dem Blick in die Sonne

Eine Sonnenfinsternis ist ein faszinierendes Naturschauspiel – für unsere Augen kann der direkte Blick in die Sonne jedoch gefährlich werden. Besonders problematisch ist, dass ein Schaden an der Netzhaut zunächst kaum oder gar nicht schmerzhaft sein muss.

Wenn Sie während der Sonnenfinsternis ohne geeigneten Augenschutz in die Sonne geblickt haben und anschließend verschwommen sehen, einen blinden Fleck bemerken oder gerade Linien verzerrt wahrnehmen, sollten Sie Ihre Augen augenärztlich untersuchen lassen.

Warum kann eine Sonnenfinsternis die Augen schädigen?

Auch während einer Sonnenfinsternis ist die Sonne keineswegs ungefährlich für das Auge. Durch den Blick in die Sonne kann sehr intensive Lichtenergie auf die Netzhaut treffen. Im Bereich der Makula, dem Zentrum des schärfsten Sehens, kann dadurch eine sogenannte solare Retinopathie entstehen.

Die Besonderheit: Eine Verletzung der Netzhaut verursacht nicht unbedingt sofort Schmerzen. Beschwerden können erst nach der Beobachtung der Sonne auffallen.

Die Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 war auch in Österreich als partielle Sonnenfinsternis sichtbar. In Graz begann sie gegen 19:24 Uhr und erreichte um 20:11 Uhr ihr Maximum.

Welche Beschwerden können nach einer Sonnenfinsternis auftreten?

Nach einem direkten Blick in die Sonne können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:

  • verschwommenes oder unscharfes Sehen
  • ein dunkler oder heller Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes
  • ein blinder Fleck beim Blick auf geradeaus
  • verzerrtes Sehen
  • Schwierigkeiten beim Lesen
  • verändertes oder verfälschtes Farbsehen
  • der Eindruck, dass Gegenstände kleiner erscheinen
  • Kopfschmerzen oder Lichtempfindlichkeit

Typisch für eine solare Retinopathie sind insbesondere Veränderungen des zentralen Sehens. Die Beschwerden können ein Auge oder beide Augen betreffen.

„Ich sehe seit der Sonnenfinsternis einen schwarzen Punkt“

Ein neuer dunkler oder blinder Fleck im zentralen Gesichtsfeld sollte ernst genommen werden. Insbesondere wenn die Veränderung nach einem direkten Blick in die Sonne aufgetreten ist, kommt eine Schädigung der Netzhaut als mögliche Ursache infrage.

Auch wenn die Beschwerden zunächst gering erscheinen, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll.

Solare Retinopathie: Wenn die Netzhaut durch Sonnenlicht geschädigt wird

Bei der solaren Retinopathie handelt es sich um eine lichtbedingte Schädigung der Netzhaut, die insbesondere den Bereich der Fovea beziehungsweise Makula betreffen kann.

Die Diagnose erfolgt anhand der Krankengeschichte und der augenärztlichen Untersuchung. Moderne Untersuchungsverfahren wie die Optische Kohärenztomografie (OCT) können Veränderungen der Netzhaut sichtbar machen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

Das Ausmaß der Beschwerden kann unterschiedlich sein. Bei manchen Betroffenen verbessert sich das Sehvermögen im Verlauf von Monaten wieder deutlich. Eine vollständige Erholung ist jedoch nicht garantiert; insbesondere zentrale Gesichtsfeldausfälle oder Verzerrungen können dauerhaft bestehen bleiben.

Was tun, wenn ich ohne Schutz in die Sonnenfinsternis geblickt habe?

Wenn Sie nach dem Blick in die Sonne eine neue Sehbeeinträchtigung bemerken, sollten Sie nicht abwarten, ob die Beschwerden von selbst verschwinden.

Lassen Sie Ihre Augen augenärztlich untersuchen, insbesondere bei:

  • einem neuen zentralen blinden Fleck
  • plötzlich verschwommenem Sehen
  • verzerrten Linien oder Buchstaben
  • einer deutlichen Veränderung der Sehschärfe
  • neu aufgetretenen Veränderungen des Farbsehens

Eine Untersuchung kann klären, ob die Netzhaut betroffen ist und ob weitere Kontrollen notwendig sind.

Kann man einen Netzhautschaden durch die Sonnenfinsternis behandeln?

Bei einer solaren Retinopathie gibt es derzeit keine etablierte Therapie, die den entstandenen Netzhautschaden zuverlässig rückgängig macht. Deshalb steht die Vorbeugung im Vordergrund.

Je nach Befund kann es sinnvoll sein, die Netzhaut im Verlauf augenärztlich zu kontrollieren. Eine genaue Beurteilung ist insbesondere dann wichtig, wenn nach dem Ereignis weiterhin Sehstörungen bestehen.

Wie kann ich meine Augen bei einer Sonnenfinsternis schützen?

Die wichtigste Regel ist einfach:

Niemals direkt und ungeschützt in die Sonne blicken – auch nicht während einer Sonnenfinsternis.

Eine normale Sonnenbrille reicht dafür nicht aus. Für die direkte Beobachtung einer Sonnenfinsternis sind geeignete, dafür vorgesehene Schutzfilter erforderlich.

Auch optische Geräte wie Ferngläser oder Teleskope dürfen nicht ohne geeignete spezielle Sonnenfilter auf die Sonne gerichtet werden.

Für den alltäglichen Sonnenschutz empfiehlt der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte ebenfalls einen geeigneten UV-Schutz. Eine gute Sonnenbrille sollte insbesondere einen zuverlässigen UV-Schutz bieten und das Auge möglichst auch vor seitlich einfallender Strahlung schützen.

Wann sollte ich zum Augenarzt?

Wenn Sie nach einer Sonnenfinsternis oder nach einem direkten Blick in die Sonne eine Veränderung Ihres Sehens feststellen, sollten Sie die Beschwerden augenärztlich abklären lassen.

Das gilt besonders bei einem neuen blinden Fleck, verzerrtem Sehen oder einer anhaltenden Verschlechterung der Sehschärfe.

In der Ordination von Prof. Priv. Doz. Dr. Ewald Lindner in Graz können Beschwerden des Sehens und Veränderungen der Netzhaut augenärztlich abgeklärt werden. Die Ordination verfügt über moderne diagnostische Möglichkeiten zur Beurteilung von Netzhaut, Hornhaut und Sehnerv.

Häufige Fragen zur Sonnenfinsternis und den Augen

Kann man von einer Sonnenfinsternis blind werden?

Ein direkter Blick in die Sonne kann die Netzhaut dauerhaft schädigen und zu bleibenden Sehstörungen führen. Das Risiko besteht auch während einer partiellen Sonnenfinsternis.

Wie merke ich, ob meine Netzhaut durch die Sonnenfinsternis geschädigt wurde?

Mögliche Hinweise sind ein zentraler blinder Fleck, verschwommenes oder verzerrtes Sehen sowie Veränderungen des Farbsehens. Eine augenärztliche Untersuchung kann feststellen, ob eine Netzhautschädigung vorliegt.

Tut eine Netzhautschädigung durch die Sonne weh?

Eine solare Retinopathie muss nicht mit Schmerzen einhergehen. Deshalb sollte man neue Sehstörungen nach einem Blick in die Sonne ernst nehmen.

Kann sich das Sehen nach einer solaren Retinopathie wieder verbessern?

Bei vielen Betroffenen kommt es im Verlauf zu einer Verbesserung des Sehvermögens. Die Erholung kann jedoch mehrere Monate dauern und eine vollständige Rückbildung der Beschwerden ist nicht immer möglich.

Reicht eine normale Sonnenbrille bei einer Sonnenfinsternis?

Nein. Eine gewöhnliche Sonnenbrille ist nicht für die sichere direkte Beobachtung einer Sonnenfinsternis ausgelegt. Für die Sonnenbeobachtung sind geeignete spezielle Schutzfilter erforderlich.

Sie haben nach der Sonnenfinsternis eine Sehverschlechterung bemerkt?

Wenn Sie nach dem Blick in die Sonne einen blinden Fleck, verschwommenes oder verzerrtes Sehen feststellen, lassen Sie die Ursache augenärztlich abklären.